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Eine Frau, die positiv in die Zukunft blickt


Es gibt sehr viele Vorurteile gegenüber den wohnungslosen Menschen, die alle schon mal gehört haben. Angeblich sollen sie faul sein und sich nicht genug anstrengen, um wieder in die Gesellschaft „aufgenommen“ zu werden. Aber was wäre, wenn alle Vorurteile nichts mit der Realität zu tun haben würden?

Wir sind in einem Raum, Sonne scheint durch die breiten Fenster und es sehr gemütlich. Vor uns sitzt eine schöne und gepflegte Frau mittleren Alters. Wenn man nicht wüsste, was sie in ihrem Leben durchmachen musste, würden man nie im Leben auf die Gedanken kommen, dass sie wohnungslos sei.

Ihre Geschichte zeigt, wie schnell manche Schicksalsschläge einer Person alles nehmen können. Sie hat ein gewöhnliches, ruhiges Leben geführt, hatte Freunde und ein Job, doch eines Tages veränderte sich alles schlagartig. Sie verlor ihr seelisches Gleichgewicht und darauffolgend aufgrund von schwerem emotionalen Zustand konnte sie nicht mehr arbeiten und verlor ihre Wohnung. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit stellte sich ihr komplettes Leben auf dem Kopf.

Zuerst hatte sie einen Platz bei Winternotprogramm, wo sie schlafen konnten und morgens das Haus verlassen musste, was ihr sehr zu schaffen machte. Wegen Corona konnte man sich nirgendwo ins Warme setzen und die kalten Temperaturen machten es auch nicht einfacher.

Dennoch sieht sie die Coronazeit eher als eine Chance, um wieder etwas Stabilität in ihr Leben zu bringen, um einen Neuanfang machen zu können. Danach bekam sie einen Platz bei Frauenzimmer und dank Corona darf sie so lange bleiben, wie es für sie nötig ist.

Außerdem sieht sie die Zeit jetzt als eine Möglichkeit für sich sich in einem anderen Beruf zu entfalten. Zurzeit bekommt sie eine Erwerbsminderungsrente und finanziert sich somit das Leben. Doch wie es sich herausstellte ist sie eine wahre Künstlerseele, die sich in einem künstlerischen Beruf ausleben möchte.

Einen großen Lob sprach sie den Mitarbeitern von Frauenzimmer aus, denn sie kümmern sich nicht nur um das Leben der Einrichtung, sie helfen den Frauen wieder sicher im Leben zu stehen. Beraten bezüglich Arbeit und Wohnung.

Obwohl es schwierig sein wird, den Weg wieder in den geregelten Alltag zu finden, gibt sie ihr Bestes und fängt mit den kleinen Sachen an. Sie arrangiert Termine, beschäftigt sich mit der Kunst und versucht positiv in die Zukunft zu schauen.