frauenzimmer

back

ContainerProjekt und Frauenzimmer


Laut einer Befragung, die 2019 auf Hamburger Straßen durchgeführt wurde, haben 1910 Menschen keine Dach über dem Kopf, im Vergleich zu einer Studie, die 2009 (1029 Menschen) stattfand, ist dieser Wert deutlich gestiegen. Doch nicht nur der Wert der obdachlosen Menschen hat sich verändert, sondern auch ihr Geschlecht – es landen immer mehr Frauen auf der Straße.

Da dieses Problem essenziell für die Gesellschaft ist, vor allem in diesen schweren Zeiten der Pandemie hat unser Team beschlossen sich die Fachmeinung von Andrea Hniopek (ContainerProjekt) und Sabrina Aldrian (Frauenzimmer) einzuholen, um auf dieses Problem aufmerksam machen zu können.

Obwohl die Experten in verschiedenen Einrichtungen arbeiten waren sie sich in einer Sache einig, die Frauen, die immer öfter wohnungslos werden, sind eher mittleren Alters. Aber nicht nur das, auch die Herkunft ist bei über der Hälfte der Frauen die Gleiche – meist Osteuropa.

Die Gründung vom ContainerProjekt als auch vom Frauenzimmer reichen paar Jahrzehnte zurück. Angefangen hat es bei Frauenzimmer mit nur 20 Übernachtungsplätzen für Frauen und noch 20, wo die Frauen intensiver betreut werden konnten. Beim ContainerProjekt sah es etwas anders aus, zu Anfangszeiten gab es einen Container mit nur drei Übernachtungsplätzen für Frauen. Heute hat sich die Situation für beide Einrichtungen geändert. Frauenzimmer befindet sich derzeit im Umbau und plant bald 60 Plätze für obdachlose Frauen anbieten zu können, dennoch stehen auch heute 50 Plätze an einem weiteren Standort zur Verfügung. Beim ContainerProjekt können nur 6 Frauen einen Dach über dem Kopf finden.

Obwohl sich beide Einrichtungen mit dem gleichen Thema beschäftigen, unterscheiden sie sich von einander – beim ContainerProjekt können bedürftige Frauen so lange bleiben, wie sie möchten, auch tagsüber sind sie nicht verpflichtet ihren Schlafplatz zu verlassen, ganz unabhängig davon ob es die Pandemiezeiten sind oder nicht. Bei Frauenzimmer können die Frauen zwar auch über eine längere Zeit in der Zeit der Pandemie eine Unterschlumpf finden, dennoch gibt es Grenzen für ihren Aufenthalt. Doch dafür können sie bei Frauenzimmer auf eine Betreuung zählen, die es beim ContainerProjekt nicht gibt – sie werden über ihre Möglichkeiten aufgeklärt, um wieder den Weg in die Gesellschaft finden zu können.

Wie bei allen steht auch das Leben der Einrichtungen wegen Corona-Pandemie auf dem Kopf. Zahlreiche Maßnahmen, die eingehalten werden müssen und sich von Tag zu Tag immer verschärfen, dennoch versuchen die Leiter Positiv in die Zukunft zu blicken. So haben die Frauen beim ContainerProjekt jeweils ein einzelnes Zimmer für sich. Beim Frauenzimmer wird versucht den geregelten Abstand von 1,5 Metern einzuhalten, trotz allem ist es schwierig eine Grenze einzuhalten, wenn die Frauen eine Gemeinschaft bilden und als ein Haushalt angesehen werden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Finanzierung. Finanziert werden beide Einrichtungen für obdachlose Frauen hauptsächlich durch Sozialbehörden, Steuergelder und Spenden. Die Beteiligung des Staates war auch noch vor den Zeiten der Pandemie nicht zu spüren. Anders sieht es bei der Stadt Hamburg, denn es werden immer wieder Hilfsmaßnahmen angeboten – aber auch meistens zu Feiertagen.

Aus diesem Grund freut sich das Personal und die Frauen aus beiden Einrichtungen über jede Hilfe, die sie kriegen können, vor allem jetzt, in den für alle schweren Zeiten der Corona-Pandemie. Dennoch muss man seine Mitmenschen nie vergessen, egal, ob in den Pandemie-Zeiten oder im geregelten Alltag und wenn man was spenden möchte, am Besten immer sich davor bei der zuständigen Einrichtung über den Bedarf informieren.